Verluste für die internationale Luftfahrt
"Die derzeitige Lage in der Luftfahrtbranche ist sehr düster. Die Nachfrage hat mit der Wirtschaftskrise deutlich stärker nachgelassen als wir das Anfang des Jahres erwartet hatten", so IATA-Generaldirektor und CEO Giovanni Bisignani. Es herrsche derzeit ein enormer Druck auf die Jahresbilanzen. Man erwarte ein weiteres Sinken der Nachfrage in diesem Jahr. Das Passagieraufkommen werde im Vergleich zu 2008 insgesamt um 5,7 Prozent zurückgehen. "Vor allem im Premium-Sektor wird mit massiven Einbrüchen gerechnet. Aber auch im Frachtbereich wird ein Minus von 13 Prozent vorhergesagt", so Bisignani.
Ein Notnagel für die Fluggesellschaften sind die fallenden Treibstoffpreise. Diese verhindern allerdings noch höhere Verluste. Mit erwarteten 50 Dollar pro Barrel Öl werden die Kosten für Kerosin rund 25 Prozent der operativen Kosten ausmachen. 2008 waren es bei einem Durchschnittspreis von 99 Dollar pro Barrel noch 32 Prozent.
Am härtesten getroffen von der Krise werden nach Ansicht der IATA die Fluglinien im asiatisch-pazifischen Raum. Hier erwarte man Verluste in der Höhe von 1,7 Mrd. Dollar. Zu den Verlierern werden auch die europäischen Airlines zählen. Hier gehen Experten von Verlusten in der Höhe von rund einer Mrd. Dollar aus. Die Kapazitätskürzungen von 5,3 Prozent werden mit der verringerten Nachfrage nicht mithalten können und damit die Verluste begründen.
AUA Sparpaket zum Teil vereinbart
Die Verhandlungen mit dem fliegenden Personal laufen noch.
Die Eckpunkte des AUA-Krisenpaketes sehen eine Arbeitszeitreduzierung auf 80 Prozent und ein Entgelt von 90 Prozent bzw. 90 Prozent Arbeitszeit bei 95 Prozent Gehalt vor, wobei die AMS-Förderung die Differenz weitestgehend abdecke, so die AUA. Die Kurzarbeit soll zunächst für sechs Monate gelten, wobei eine Verlängerungsoption besteht. Im Sinne sozialer Ausgewogenheit seien Lehrlinge, Teilzeitangestellte (bis zu 50 Prozent Normalarbeitszeit) und Arbeitnehmer mit einem Einkommen bis zu 1.100 Euro von der Kurzarbeit ausgeschlossen.
"Das ist ein sehr wichtiger Schritt zur Krisenbewältigung", so die AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth. Die Kurzarbeit werde sowohl größtmögliche Gleichbehandlung gewährleisten als auch die zwingend erforderlichen Personalkosteneinsparungen realisieren. Mit dieser Einigung sei eine weitere wichtige, rasch wirksame Maßnahme im Krisenpaket umgesetzt.
"Mit diesem Paket können wir die österreichischen Arbeitsplätze sichern und leisten in diesen schwierigen Zeiten auch einen deutlichen Beitrag zur Krisenbewältigung", so Bodenbetriebsratsvorsitzender Alfred Junghans.
Die AUA Aktie notierte zu Mittag bei 3,72 Euro je Aktie.
AUA Deal wird von EU geprüft
Österreichs Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll hat eine beschleunigte Durchführung der Prüfung des Verkaufes der AUA an die lufthansa gefordert. Wie die APA heute meldet, will EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani die
Prüfung des Schuldenerlasses von 500 Mio. Euro an die AUA bis Juni
abgeschlossen haben. "Ich hoffe, dass das Verfahren bis zu den
Europawahlen beendet ist", sagte Tajani heute, Dienstag, in Straßburg auf
APA-Anfrage. Der Fall sei aber technisch kompliziert und müsse daher
genau geprüft werden. Der Besuch von Vizekanzler Josef Pröll am
Montag bei ihm sei sehr erfreulich gewesen, betonte Tajani, weil eine
Lösung in Kooperation mit der Regierung schneller und einfacher zu
finden sei.
Er
selbst wolle das Verfahren nicht verzögern, sondern habe im Gegenteil
dem Vizekanzler klar gemacht, dass die Kommission umso schneller
agieren könne, je schneller Österreich auf den Brief der
EU-Kommission antworte. Die Prüfung sei noch in der ersten Phase,
sagte Tajani.
Die EU-Kommission hat Anfang Februar Zweifel angemeldet, dass der
von Österreich mit der deutschen Lufthansa fixierte "Preis" für den
AUA-Anteil der ÖIAG dem Marktpreis entspricht und dementsprechend eine
Prüfung der Restrukturierungsbeihilfe gestartet.