Hedgefonds Blacksmith Fund Ltd. klagt nach AUA-Übernahme
Ein unzufriedener Hedgefonds beschreitet den Gerichtsweg gegen die Lufthansa. Auf der turbulenten außerordentlichen Hauptversammlung (HV) der AUA am 16. Dezember 2009 hatten sich bereits Rechtsstreitigkeiten angekündigt.
Der Hedgefonds Blacksmith Fund Ltd. mit Sitz auf den Cayman Islands klagt gegen die Zwangsabfindung im Zuge der AUA-Übernahme durch die Lufthansa. Jene Kleinaktionäre, die das Lufthansa-Angebot von 4,49 Euro je Aktie nicht freiwillig angenommen hatten, wurden im Endeffekt mit einer Abfindung von 50 Cent je Aktie aus dem Unternehmen gedrängt.
Blacksmith will am Montag eine Anfechtungsklage beim Handelsgericht Wien dagegen einbringen, schreibt die "Presse". Grund ist nicht nur das niedrige Angebot sondern auch die Tatsache, dass die AUA ihren eigenen Aktienanteil von 3,45 Prozent nicht zu den "Squeeze-Out"-Bedingungen abgeben musste - eine Ungleichbehandlung der Aktionäre, wie der Fonds argumentiert.
Aktionäre der AUA werden nervös wegen fehlendem Übernahmeangebot
Laut APA (Austria Presseagentur) hat die EU-Kommission bis heute, Donnerstagnachmittag, noch keinen Antrag von Lufthansa zum Zusammenschluss mit der AUA erhalten. An der Börse Wien macht sich die Nervosität der Anleger zunehmend im Aktienkurs der AUA bemerkbar. Kurz nach 16 Uhr notiert die AUA Aktie mit einem Abschlag von 5,57 Prozent bei 3,90 Euro.
Der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, Jonathan Todd, hatte zuletzt auf die Frage, wann der Antrag kommen werde, erklärt, "ich habe keine Kristallkugel". Seitens der Lufthansa hieß es laut APA heute neuerlich, die Anmeldung werde "Anfang Mai" erfolgen.
Annahmeschluß 11. Mai 2009 für das Lufthansa Übernahmeangebot an die Kleinaktionäre
Vor Annahmeschluss für das Lufthansa-Angebot am 11. Mai macht es die Austrian Airlines noch mal spannend. Der jüngste Quartalsverlust beträgt 88 Millionen Euro.
Jetzt sorgen Zeitungsinserate eines Vereines "Verein der Freunde der AUA" für Aufsehen.
Text: "Wir verkaufen. Der AUA zuliebe!"
Insider meinen, das Inserat sei eine Sache der ÖIAG. Die dementiert zwar offiziell, sagt aber gleichzeitig über eine Unternehmenssprecherin: "...dass wir sehr wohl die Initiative des Vereins der Freunde der AUA unterstützten, da diese Initiative einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Übernahmeangebots leisten kann".
75 Prozent der Aktien der Kleinanleger muß die Lufthansa erhalten, nur dann klappt die Übernahme der AUA durch die Lufthansa.